Reitstall Zur Lüften

Reitstunden

Ein paar Worte an die Reitanfänger

Liebe Eltern, liebe Reitschüler,
wir freuen uns sehr darüber, dass die Nachfrage nach Anfängerreitstunden so hoch ist. Gut, dass viele Kinder und Jugendliche trotz Computer, Fernsehen etc. den Weg zum Sport und zur Natur über das Pferd suchen. Dabei wollen wir ihnen gerne helfen. Während der letzten Jahre haben wir viel Erfahrung bei der Ausbildung von Anfängern gesammelt. Hier einige Gedanken dazu:
- Die meisten Kinder haben keinen regelmäßigen Kontakt mehr zu Tieren. Falls sie wenigstens ein Haustier zuhause haben, ist ihnen jedoch der Umgang mit so großen Tieren wie Pferden oder Ponies neu. Sie müssen lernen, dass Pferde, die Fluchttiere sind, empfindsame, schreckhafte und für sie oft schwer einschätzbare Tiere darstellen. Ohne den Kindern Angst zu machen, sollen sie im Reitstall einen natürlichen Respekt vor Pferden entwickeln und lernen, verschiedene Situationen einschätzen zu können und zu bewältigen.
-Viele Kinder bewegen sich leider nicht mehr regelmäßig. Schön, dass das Pferd ihnen den Motivationsschub gibt, eine Sportart zu erlernen. Aber es gilt zu bedenken, dass Reiten wirklich Sport ist, nicht nur für das Pferd. Wer sich nur spazieren tragen lassen will, wird kein Reiter. Reiten lernen ist wie jeder Sport mit viel Mühe, Ausdauer und auch manchmal Rückschlägen verbunden. Und wer sein Pferd wirklich mag, lernt so gut wie möglich reiten, um dem Pferd nicht zu schaden.
-Wie in jedem Sport, gibt es auch beim Reiten Unfälle. Wir tun unser Möglichstes, durch die Auswahl und Ausbildung der Pferde, die Risiken so gering wie möglich zu halten. Denselben Anspruch sollten aber unsere Schüler auch an sich selbst haben. Wie wäre es denn mal mit einer zusätzlichen Sportstunde: Fahrradfahren, Schwimmen oder einfach nur draußen sein? Nur mit guter Kondition, etwas Kraft und Ausdauer fällt einem das Reiten lernen leicht. Und noch etwas: Wer sich nicht gut fühlt, krank ist etc., sollte vielleicht lieber mal eine Stunde ausfallen lassen, damit er nicht sich und andere unnötig gefährdet. Wir als Reitlehrer haben auch immer ein offenes Ohr für etwaige Probleme.
-Die Frage nach dem richtigen Einstiegsalter wird uns sehr häufig gestellt. Es gibt kein perfektes Alter. Es ist nie zu spät, selten mal zu früh. Selten zu früh kommt daher, dass Kinder, die bereits sehr jung mit Reiten anfangen, schnell die Lust verlieren, da sie körperlich lange nicht in der Lage sind, ein Pferd selbstständig zu beherrschen und „spektakuläre“ Dinge zu machen. Dann wird es ihnen „langweilig“ und sie hören, oft zum Leidwesen ihrer Eltern, die bereits viel Geld in Ausrüstung und Reitstunden investiert haben, wieder auf. Ich lege mich absichtlich nicht auf ein perfektes Anfangsalter fest, weil die körperlichen und geistigen Vorraussetzungen von Kind zu Kind unterschiedlich sind.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Wichtig beim Einstieg in den Reitsport ist der Spaß am verantwortungsvollen Umgang mit dem Partner Pferd. Alle Dinge, die ein Reiter im Laufe seines Reiterlebens braucht, wie Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit aber auch Sozialkompetenz, die Fähigkeit Rückschläge einzustecken, das Pferd richtig einzuschätzen usw. (ich könnte noch viele, viele Punkte aufzählen) lernen die Kinder ab einem Alter von vier Jahren beim Voltigieren.
Aus diesem Grund werden wir nur noch Reitanfänger ausbilden, die bereits vorher voltigiert haben. So sind alle Reitanfänger gut vorbereitet, das Risiko wird verringert, die Kosten für Ausrüstung etc. werden reduziert und es fangen auch nur noch diejenigen zu Reiten an, die wirklich Reiten wollen.
Ich freue mich über Fragen, Gedanken, Kommentare jeder Art.
Silke

Longenstunden

Der Anfang allen Reitens sind die Longenstunden. Dabei wird ein Reiter mit dem Pferd longiert, das bedeutet, er darf an einem langen Seil (der Longe) im Kreis reiten. So kann er sich völlig auf sich und seinen Sitz, (am Anfang vor allem das Sitzen bleiben) konzentrieren. Erst wenn sein Sitz in allen drei Grundgangarten (Schritt, Trab und Galopp) ausbalanciert ist und er in der Lage ist, sein Pferd zu beherrschen, (Tempo bestimmen und den Weg vorgeben) kann er von der Longe losgelassen werden und in eine der vielen Gruppenreitstunden wechseln.

Gruppenreitstunden

In den Gruppenreitstunden reiten bis zu sechs Schüler. Am Anfang wird dort Abteilung geritten, das bedeutet, die Pferde laufen hintereinander. Vorrangiges Ziel der Gruppenreitstunde ist die Korrektur und das Erlernen des Sitzes. Nur ein ausbalancierter Reiter, der von der Hand unabhängig sitzen kann (er muss sich nicht dauernd festhalten), kann weitere Stufen der Reitkunst erklimmen. Festigt sich das Können, wird die Abteilung nach und nach aufgelöst und die Reiter bewegen ihre Pferde frei in der Bahn. Geübtere Reiter können sich dann auf Sparten der Reiterei spezialisieren und gezielt trainieren.

Theorie, Gymnastik, Falltraining

Theoretische Grundlagen des Reitens und der Pferdepflege binden wir, soweit es der Zeitrahmen zulässt, in die normalen Reitstunden mit ein.
Innerhalb von Ferienkursen, meist mit abschließender Abnahme der ersten Motivationsabzeichen, führen wir gezielt Theoriestunden durch, die sich mit Pferdepflege, Fütterung, Haltung und dem richtigen Satteln beschäftigen. Gymnastische Übungen mit und vor allem auf dem Pferd werden immer wieder zur Lockerung und zum Aufwärmen der Reiter integriert. Ziel ist es, ihnen viele Übungen zur Auswahl zu stellen, damit sie später die für sie richtigen Übungen selbstständig durchführen können.
Vor allem in Verbindung mit den ersten Springstunden bauen wir auch ein Falltraining in den Unterricht mit ein. Die Schüler trainieren zunächst Stürze vom Holzpferd, anschließend vom stehenden Pferd und abschließend sogar vom Pferd in Bewegung. Dieses spezielle Training nimmt vielen die Angst vorm Fliegen und gibt Sicherheit in der Flugtechnik, falls es mal nötig sein sollte.



>> Zum Reitschulen-Diagramm "Wege im Reitsport"